Aegiskragen

Überbreiter Aegiskragen mit freistehenden Aufbauten in Linothorax- Technik (= er besteht aus verleimten Stoffschichten), Epic Empires 2015

Diese Seite ist Bestandteil des Themenbereiches “Linothorax” der Website. Die Einleitung wäre hier: Linothorax- Kompositrüstung

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Wer gerade von da kommt, möge bitte unter dem Bild links weiterlesen. Für alle Erstbesucher:

Das Material (Schichten aus Baumwollleinen und durchsichtig trocknendem D3- Holzleim) bietet die Möglichkeit, frei geformte, absolut unelastische, dabei leicht bis sehr flexible, extrem zähe Mono- Komposit- Werkstücke zu erzeugen und eignet sich somit über den Schwertscheiden- und Maskenbau hinaus für die Herstellung von Rüstungs- und Ausrüstungsteilen, die tatsächlich echten Klingen und Pfeilen widerstehen könn(t)en - wenn sie es denn soll(t)en.

Der Bau einer tatsächlich funktionierenden Rüstung wird hier gezeigt: Linothorax

Dabei sind kaum Werkzeuge und keinerlei Leder- oder Metallbearbeitungskenntnisse nötig, das Material ist erheblich billiger als die beiden letztgenannten und die Verarbeitung kann notfalls (falls man kein Atelier, aber eine tolerante Freundin hat) geruchlos, lärmfrei und ohne Schweinkram sogar im Wohnzimmer erfolgen (aber übertreibt es nicht...).

Diese Bauteile (oben Teil eines Chaos- Outfits, rechts ein Ägypter) sind  keine “Rüstungen”, die jemanden im Kampf schützen sollen und ihre materialtechnische Einordnung fällt etwas schwer:

Mal angenommen, es gab so etwas, zum Beispiel für Priester, Würdenträger oder als Uniformteil- aus was würde man es wohl bauen?

Leder oder Metall (eventuell vergoldet) wären theoretisch möglich, aber sehr teuer, nicht wirklich praktisch und für den Eigenbau auch sehr aufwändig.

Schaumstoff ginge zwar (und ist für Larp in vielen Bereichen auch nicht zu ersetzen) hat aber diesen Beigeschmack von “Künstlichkeit” und “Unauthentizität”, den man wenn möglich vermeidet.

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Stoff/ Leim- Komposit dagegegen fühlt sich wegen der einfachen Fertigung und den verwendeten Materialien für das Larp- Hobby irgendwie “echter” an- man kann sich für Mittelalter- oder Fantasy- Settings eher Kunsthandwerker vorstellen, die mit Kasein-, Glutin- oder Knochenleim Flachsleinen- Stoffstücke auf Tonformen applizieren anstatt Leute, die Evazote- Teile mit Pattex zusammensetzen und dann die Oberfläche mit Polyester-Topcoat versiegeln. Linothorax (als Materialbezeichnung) braucht seine Natur im Larp nicht zu verstecken.

Für unsere Zwecke allerdings werden modernes Baumwolleinen und D3- Leim (wasserfest, durchsichtig trocknend) den Job erledigen.

Im Gegensatz zu den weichen Aegiskragen der Ibis- Wachen (Ibis-Rüstung) bestehen diese hier aus mehr Schichten Stoff (sind also weniger flexibel) und haben freistehende Anbauteile- diese “Klingenbrecher” geben wie eine Knautschzone bei einem Treffer nach, legen sich über den eigentlichen Kragen und bilden so eine undurchdringliche Oberfläche.

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Oben: Zusammen mit einem besser belüfteten, etwas leichteren Helm ist der Kragen das Kernstück einer zweiten Rüstung für extra warmes Wetter. Bestehende Anbauteile wie Panzergürtel mit Seitenplatten oder Arm- und Beinschienen ergänzen das Outfit bei Bedarf.

Der goldene Ägypter besteht nur aus einigen Stoffschichten und ist “for Show only”, bei der blauen Chaosrüstung hab ich Wert drauf gelegt, das jedes Lino- Bauteil tatsächlichen Schutz bietet. Ob nun besonders funktionell oder nicht: dort, wo die Rüstungsteile liegen, verwehren sie auch echten Klingen den Zugang- wobei die runde Plexus- und die wappenförmigen Oberarmplatten erheblich mehr Treffer aufgefangen haben als der eigentliche Kragen.

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Wobei mir klar ist, das in der Antike niemand bei gesundem Verstand so eine Rüstung bauen und in einem Kampf tragen würde...

Sicherheitshinweis

Ein übergroßer, harter Aegiskragen wie die hier gezeigten gehört zu den unpraktischsten Rüst- oder Ausstattungsteilen, die jemals irgendwo erfunden worden sind. Wer früher tatsächlich sowas anzog, gehörte zu der Sorte Menschen, die extra behindernde Kleidung trugen, um allen zu zeigen, das sie Leute hatten, die für sie die Beinarbeit erledigten.

Und dann kommen Typen wie ich, die einfach nur auf die Optik abfahren, tragen so ein Ding in der Schlacht- und gehen beim ersten Anrempler ko. Die Ursache ist:

Der Impuls des Todes

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Oben: Ein starrer Kragen, der seitlich übersteht, ist, als ob man sich ein entsprechend langes Brett auf die Schulter legt; nämlich sehr gefährlich. Bei einem seitlichen Impakt wird der innere Rand des Kragens gegen die Halsseite geschlagen und richtet wie eine Karatetechnik erheblichen Schaden an.

Deswegen muß das Halsloch so groß sein, das der Hals bei seitlichem Verschieben des Kragens nicht berührt wird. Und der Kragen darf nur soweit über die Schulter rausragen, das dieses Prinzip noch funktioniert.

Der relativ harte blaue Kragen ganz oben hat zusätzlich unter den Klingenbrechern offene Fugen, die sich erst zusammenschieben, bevor sich das ganze Ding Richtung Hals in Bewegung setzt.
Außerdem ist er vorne nicht halbrund wie der goldene, sondern trageoptimiert, so das er die Arme nicht behindert, wenn sie nach vorne angehoben werden (siehe Baubeschreibung weiter unten).

Und ein am Hals gepolstertes Untergewand wird nicht nur den Tragekomfort, sondern auch die Sicherheit erhöhen.

Wie gesagt; nicht das allerpraktischste, aber dafür ein ziemlich cooles Ausrüstungsteil. Und wer die genannten Konstruktionsmerkmale beachtet, wird damit auch keinen Ärger haben.

Und warum will ich dann sowas?
Ich brauch ein exotisches, spektakuläres Outfit für sehr heiße Temperaturen: Temperaturen, bei denen man in einer Stahlrüstung gebraten wird und die Besitzer sich nur mit einem Leinenhemd oder weniger bekleidet im Schatten ihrer Tarps rumtreiben.
Für das, was wir darstellen wollen, geht das leider nicht- denn wenn das Chaos Maske und Rüstung ablegt, ist es nicht mehr zu erkennen und damit aus dem Spiel.

Konzeption:
Auf einer ultraleichten, luftdurchlässigen Unterkleidungsschicht liegt als “Hingucker” ein teilflexibler Riesenkragen mit optimierter Auflagefläche (= der mich nur auf den Schultern berührt und deswegen luftunterströmt wird). Er kriegt freistehende Schulteraufbauten. Vom Kragen hängen scheinbar geschlossene Apppliken, die aber in Wirklichkeit aus einzelnen Streifen bestehen, so das auch hier Luft (also Kühlung) rankommt. Das Ganze soll zur bisherigen Ausrüstung passen, so das der Charakter (=die Spielfigur) zu erkennen bleibt.

Dann wolln wir mal...

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Oben Links:
D
ie Kragenform aus Pappe ist mit Billig- Klebeband bezogen. Die Klebebandstreifen sind möglichst lang und führen um die Ränder der Form noch ein Stück auf die Unterseite, damit später beim Lösen möglichst wenig Tape am Kragen haften bleibt.
Der Kragen hat angeschrägte Schultern und ist vorne und hinten leicht gewölbt, um nicht flach auf dem Körper aufzuliegen (kann man auf dem Bild des fertigen Kragens ganz oben erkennen). Die Form ist nach einem passend erarbeiteten Schnittmuster (also einer “Vorform”) entstanden. In dieses Schnittmuster stecke man so lange Arbeit, bis es perfekt sitzt- nur dann kriegt man später, was man will- in diesem Fall lebenswichtige Luftunterströmung und Kühlung.
Die eigentliche Form, auf der das Werkstück aufgebaut wird, ist zu breit für meine Schultern und das Halsloch ist zu klein- beides wird erst am getrockneten Lino-Teil passend zugeschnitten.

Oben Rechts:
Die Form liegt auf einem Dummy (Papierkorb mit aufgerollter Decke in Müllsack),  fixiert mit mehr Tape und auf einem Pflanzendrehteller für besseren Zugang von allen Seiten.

Für dieses Bauteil kann man pro Seite statt einzelner Flicken jeweils ein ganzes Stoffstück zuschneiden (wieder nur ungefähr); dann gibt es später nur auf den Schultern Überlappungen und die Oberfläche wird schön gleichmäßig.

Zuerst wird Leim mit dem Pinsel aufgetragen und verteilt, dann das zugeschnittene Stoffstück platziert und faltenfrei glattgezogen.

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Oben Links:
Leimauftrag auf den Stoff. Der Leim ist unverdünnt. Verstreichen bringt nichts- es gibt sofort Wellen, weil sich der Stoff auf der Form verschiebt. Deswegen tupfe ich “Leiminseln”, die sich dann vorsichtig verbinden lassen, bis eine geschlossene Leimschicht entstanden ist.

Oben Rechts: Zuerst eine Hälfte, dann die andere. Mit so wenig Leim wie möglich, damit nicht so viele Tränen entstehen.

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Oben Links:
Eine Schicht morgens vor der Arbeit, eine Abends beim Nachhausekommen. Der Leim ist nur im Bereich der Form, überhängende Teile sind nicht beleimt.
Nach 3 Schichten löse ich das Werkstück zum ersten Mal von der Form und trimme die Ränder. Es ist weich und beweglich, aber man könnte es so bereits tragen- es wird noch etwas fester.

Oben Rechts:
Blick auf die Unterseite des Werkstückes. Sie ist schön glatt- viel besser, als die Form mit Frischhaltefolie abzudecken.
Zum Weiterarbeiten und Trocknen bleibt das Bauteil auf der Form und wird alle 2-3 Schichten wieder getrimmt, aber noch nicht endgültig zugeschnitten.

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Oben Links:
Der Kragen an sich besteht aus 4 Stoffschichten und hat jetzt seine endgültige bewegungsoptimierte Form:
Das bedeutet, das der eigentlich viel zu breite Kragen flexibel genug ist, um bestimmte Bewegungen mitzumachen, die er eigentlich (wenn fest) behindern würde. Das Halsloch ist überweit und die Schultern sind so weit gekürzt, das ein seitliches Verschieben mir nix tun wird. Die Vorderseiten sind leicht nach innen eingeschnitten, damit die Arme Bewegungsfreiheit haben. Das bisschen Trimmen macht den Unterschied zwischen “Arm heben und alles hochschieben” und “funktioniert”.

Oben Rechts:
Anlage der “Klingenbrecher”, die hauptsächlich der Optik dienen. Trotzdem bieten sie Schutz- falls man zufällig genau da, wo sie sind, auch getroffen wird. Sie werden leicht nachgeben, dabei Auftreffenergie fressen, sich maximal bis auf die Schulter legen und (zusammen mit der Unterschicht) auch für echte Klingen undurchdringlich sein.
Sie kriegen 10 Schichten- nicht, weil es irgendwie nötig ist, aber um die Schutzfunktion des Materials zu erzeugen und dem ansonsten reinen Showpiece einen Mehrwert zu verleihen.
Die Brecher sind ebenfalls aus Pappe maßgeschneidert und mit Tape bezogen.

Darunter kommt- unsichtbar- ein Sicherheitsfeature: Bewegungsfugen.

Nochmal (bis es Euch zu den Ohren rauskommt): Ein Kragen, der seitlich über die Schultern ragt und dort einen Impakt abkriegt, wird gegen die jeweilige Halsseite geschlagen. Deswegen ist:

- erstens das Halsloch überweit, so das der Kragen selbst unkomprimiert verschoben werden kann, ohne das was passiert.

- und zweitens wird es Bewegungsfugen geben, die sich bei einem seitlichen Treffer zusammenschieben und so die Kragenbreite verringern.
Die Flexibilität des Materials machts möglich: unter dem Rand der Brecher liegen ca zwei Finger breite Einschnitte. Bei einem seitlichen Impakt soll so zunächst nur der Kragenrand Richtung Hals verschoben werden, ohne das der eigentliche Halsausschnitt sich überhaupt bewegen muß.

Wenn die Brecher richtig platziert sind, wird ihre Lage innen markiert.

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Oben Links:
Die angezeichneten Aufbauten mit Festlegung der Fugen

Oben Rechts:
Die Dehnfugen (vorsichtig mit Tapeziermesser eingeschnitten). Sie sollen so weit Richtung Kragenrand reichen, das der schulterseitige Teil des Kragens beweglich wird, aber nicht nach außen absackt. Um das zu bewirken, kommt später auch noch eine Sicherung (nur eine Lage Stoff) auf die Schulter und verhindert so, das die schweren Ränder sich durch ihr Eigengewicht nach außen davon machen.

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Links:
Die Brecher sind über den jetzt unsichtbaren Fugen wieder an ihrem Platz und werden in dieser Stellung mit Stoff beleimt.

Damit sie halten, braucht man eine möglichst große Auflagefläche der Stoffschichten auf dem Kragenrand. Es wird also nicht nur die reine Pappform beleimt, sondern die Schichten werden bis zum Kragenrand reichen.
Deswegen sind die Pappformen mit möglichst wenig Tape- Überstand befestigt, der später beim Entfernen mit rausgerissen wird (oder auch nicht; dann übermal ich die Reste eben).

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Oben:
Beleimen der Klingenbrecher. Die unteren Schichten (Links vor und Rechts nach dem Trocknen) bestehen nicht aus einem einzigen Stück Stoff, sondern aus überlappenden Streifen. Später hab ich gemerkt, das aber auch ein zusammenhängendes Stoffstück aufgeleimt werden kann und so mit den letzten Schichten eine glatte Oberfläche erzeugt.

Der Halt der Brecher kommt von der Überlappung der hochstehenden Teile mit dem äußeren Rand des Kragens. In Verbindung mit der leichten Wölbung der Formteile bleiben die Seitenschilde nach dem Entfernen der Pappformen stehen.

Ich hab alle Stoffschichten bis an den Kragenrand gezogen, wodurch der zwar unpraktisch dick wurde, aber sonst wäre durch Aufleimen mehrerer Stoffschichten übereinander auf der Begrenzung der Brecher eine unschöne Fuge bzw eine ungleichmäßige Oberfläche entstanden.

Rechts:
Am rechten und linken Rand hat der Kragen jetzt zusammen mit den 3 Schichten des Unterbaus und den 10 der Brecher (davon 8 überlappend) eine Dicke von einem Zentimeter.

Diese Ränder sind wegen der Fugen nur an ihren äußeren Enden mit dem Kragen verbunden- das ist zu wenig; sie werden nach außen sacken.

Um das zu verhindern, sind von unten rechts und links des Kopfloches 2 einschichtige Stoffstücke verleimt, die eine Bewegung zum Hals hin zulassen, aber ein Absacken nach außen verhindern.

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Links:
Auch die Anbauten sind auf der Vorderseite des Kragens seitlich innen jeweils  bewegungsoptimiert, damit der Helm beim Kopfdrehen nicht anstößt (die grünen Linien zeigen, wo was fehlt).

Der Helm war zu diesem Zeitpunkt bereits fertig.

Die Klingenbrecher sind jetzt unlösbar mit dem Kragen verbunden und das ganze Konstrukt ist ein einziges Werkstück ohne Nieten oder Nähte.

Ich liebe Linothorax.

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Natürlich kann man zur Befestigung einfach Schnüre anbringen, die von hinten nach vorne unter den Armen durchlaufen und irgendwie verknotet werden, aber im Interesse des Tragekomforts möchte ich keine Schnüre, sondern breite Gurte.
Die wiederum liegen auf dem Körper auf und werden bei Hitze durchgeschwitzt; deswegen bau ich sie nicht aus Leder, sondern auch aus Lino.

Oben Links die Anlage der Gurte von vorne (für An- und Ausziehen auf der Plexusplatte gut erreichbar zu öffnen), Oben Rechts von hinten, wo sie permanent befestigt werden.

Riesenkragen- Befestigungsphilosophie
Der Kragen wird umso besser fixiert, je höher unter den Armen die Gurte ansetzen- aber desto unbequemer ist es auch. Deswegen geh ich für meine den Kopromiß ein, sie in etwa am Rippenbogen entlang laufen zu lassen. Das ist sogar als komfortabel zu bezeichnen, hat aber den Nachteil eines größeren Spiels. Die genaue, maßgeschneiderte Position ist daher ausschlaggebend.

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Oben Links:
Die beiden Formen (eine Platte vorne und für Hinten eine Platte mit 2 Gurten) sind als Pappform ausgeführt und mit Tape bezogen.

Oben Rechts:
Sie werden glatt liegend mit 3 Schichten Stoff beleimt und bleiben deswegen flexibel wie ein Ledergürtel (und mindestens so reißfest).

Die unter dem eigentlichen Kragen über das Brustbein heruntergezogenen Platten werden später unter Stoffbehängen verschwinden und unsichtbar sein. Sie tragen aber auch zum Schutz des Trägers bei.

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Oben:
Die fertige Rückenplatte mit den von ihr wegführenden “Gurten” besteht aus einem einzigen Stück unzerreißbarem Komposit.

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Oben Rechts:
Befestigen der Rückenplatte unter den hinteren Kragenrand.
Die getrocknete Platte wird mit dem ebenfalls trockenen Kragen beweglich verbunden, indem sie mit einem Stück Stoff halb auf der Platte und halb auf dem Kragen beleimt wird. 2 Schichten Stoff halten sie sicher.

An den Kragenrändern sieht man bereits rundum herausragend unterklebte Stoffstücke, an denen später die Behänge angebracht werden.

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Links:
Front- und Rückenplatte. Die Gurte sollen mit Klettband geschlossen werden, deswegen ist die Frontplatte mit Flausch bezogen. Klettband kann nicht geklebt werden, deswegen näht man es sicher auf Stoff und klebt dann den Stoff.

Unten:
Die Frontplatte ragt halb unter dem Kragen heraus und wird später vom vorderen Behang komplett verdeckt.

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Oben und Links:
Und damit ist der Linothorax- Aufbau fertig.

Jetzt werden letzte Symmetriefehler beseitigt, alle Kanten sorgfältig abgerundet (Schleifpapier) und mit einer Leimschicht versiegelt.

Dann kommen Verzierungen mit Window- Color- Contour und eine Fixierung aus 3 Teilen Leim und einem Teil Acryl, die gleichzeitig die Grundierung bildet.

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Rechts:
Die Klettseiten der auf der Vorderplatte schließenden Brustgurte. Sie sind auf Stoff genäht und verleimt.
Der Stoff ragt über den Gurt hinaus und ist auf die andere Seite umgeschlagen. Diese Verleimung ist unlösbar.

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Oben und Links
Materialstärken: der eigentliche Kragen besteht aus 4 Schichten Baumwollleinen, die Klingenbrecher aus 10 (davon 8 aus überlappenden Teilen, Wandstärke ca 10 mm) und der äußere Kragenrand demnach aus 14.

3 Schichten kann eine normale Blechschere gut schneiden, 10 gerade noch und 14 (Materialstärke 12+ mm) nicht mehr; es ist ein elendes Gewürge mit Schere, Sägen und Tapeziermesser. Will man eigentlich nicht.

Das Ganze Konstrukt ist in sich flexibel und ähnelt in Handling und Biegsamkeit schwerem Leder.

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Oben und Links:
Verzierungen, Bemalung (Acrylfarben) und Stoffbehänge
Die insgesamt 6 teilweise auch bemalten Behänge aus verschiedenen Stoffsorten überlappen leicht, lassen aber Luft durch.
Sie sind zunächst mit Pattex auf die unter dem Kragen herausragenden Überstände geklebt und dann mit der Hand vernäht.
Die langen “Flügel” links und rechts sind im 45-Grad- Winkel angesetzt, damit sie zwar einigermaßen gerade fallen, aber auch den Armen genug Bewegungsfreiheit lassen.

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Performance- Report:

der Kragen wurde 2015 schon getragen- es war so heiß, das ich die andere Rüstung gar nicht ausgepackt habe- und hat seine Aufgabe sehr gut erfüllt.

Das Outfit ist leicht, hält Abstand vom Körper, staut keine Hitze und wenn es einen Windzug gibt, krieg ich ihn mit.

Und ich bin auch 2 mal hingefallen (in.. erm... Blutpfützen ausgerutscht, jawohl... kann doch jedem mal passieren....) und der Kragen hat meinen kostbaren Hals nicht mal sanft berührt. Na bitte, geht doch...

 

Diese merkwürdige Pose ist übrigens “Tschiburi”, das rituelle Reinigen der Klinge nach einer Übung, bevor das Schwert wieder an Ort gebracht wird.

 

 

 

Jan 2016,last edit Okt 2016

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