sword-sheath

Sword-sheaths made of cloth/ glue- composite (linothorax); Epic Empires 2015

P_Linothorax(31)

This page belongs to the subject area “linothorax”. The beginning would be here: composite armour

Sorry, the translation- minions have not yet reached this area of the website.

Working on it, though...

 

This is the german version that will be translated... soon

Schwertscheidenbau ist die am meisten verbreitete Verwendung für Lino; Stoff/ Leim- Komposit ist eine günstige, wertige Alternative zu Leder oder genähtem Stoff.

Diese Seite gehört zum Bereich “Linothorax- Anwendungen” der Website. Die Einleitung wäre hier: Linothorax- Kompositrüstung.

Oben: Ein Kurzschwert von der Stange wurde mit Acrylfarben umgefärbt und verwandelt sich so mit passend angefertigter Scheide in ein individuelles Ausrüstungsteil.
Es wird “asiatisch” mit der Schneide nach oben getragen: die Scheide steckt auf der linken Seite in einem Stoffgürtel “Obi” und ist dort mit einem Schwertband “Sageo” fixiert.

Kurzer Einschub: Man kann Polsterwaffen umfärben?

Diese hier zumindest schon: Es ist eine “geschäumte” Waffe mit latexfreier “Topcoat”- Oberfläche, die zuerst von allen Silikon- oder Talkumresten befreit werden muß.
Ich hab das neu gekaufte Schwert gar nicht erst irgendwie behandelt sondern gleich mit Geschirrspülmittel abgewaschen, woraufhin es sich so “sauber” anfühlte, das ich das Risiko eingegangen bin...

Die Klinge ist nur lasiert (also mit stark verdünnter Acrylfarbe bemalt, so das die metallische Originalfarbe noch durchscheint).  Die Wildlederwicklung des Griffes wurde zunächst mit Wasser angefeuchtet und dann wie die ehemals kupferfarbenen Griffteile mit unverdünnter Farbe bemalt.

Wobei ich hier ausdrücklich auf die Gefahr hinweise, das man eine teure Polsterwaffe mit so einer Behandlung auch genausogut ruinieren kann! Polsterwaffen verändern kann ins Auge gehen und ist ganz sicher kein Garantiefall!
Für dieses Kurzschwert hier hat sich das Risiko aber gelohnt; die Farbe hält bisher ohne den geringsten Abrieb. Es wird mit Talkum gepflegt und geht jetzt ins zweite Jahr. Nix zu meckern.

Eins noch- Ehre, wem Ehre gebührt: Auf die Idee mit dem Waffen umfärben hat mich Mimin in einem seiner Blogs gebracht: http://miminbastelt.blogspot.co.at/ . Vielen Dank nach Österreich!

Und natürlich sei die Abhandlung über Schwertscheidenbau im Larp- Wiki erwähnt:
http://www.larpwiki.de/Selbermachen/Schwertscheide
Allerdings mach ich ein paar Dinge anders als dort beschrieben.

P_LinothoraxSchwS(1)

Oben: Das Ausgangsmaterial; ein einhändiges Kurzschwert. Die Scheide wird direkt auf der Waffe gebaut und bleibt auch während des Trocknens dort, so das zunächst verhindert werden muß, das Leim auf den Schaumstoff gerät.

P_LinothoraxSchwS(2)

Oben: Frischhaltefolie in ausreichender Menge trennt das Schwert vom Bauprozeß. Der nächste Schritt ist Volumenaufbau: diese Klinge zum Beispiel ist vorne breiter als in der Mitte. Die Scheide muß überall so breit wie an der breitesten Stelle der Klinge sein, so das die Waffe überhaupt gezogen werden kann.

P_LinothoraxSchwS(3)

Oben: mehrere Lagen Zeitungspapier sorgen für ausreichendes Volumen. Wenn ein Test ergibt, das das Schwert gut gezogen werden kann, wird diese Hülle fixiert.

P_LinothoraxSchwS(6)

Oben: Tape (Klebeband) der Länge nach in ununterbrochenen Streifen aufgeklebt stellt eine robuste, beleimbare Oberfläche her.

Mein erster Versuch endete übrigens desaströs: ich hatte das Zeitungspapier nur mit Frischhaltefolie umwickelt. Beim Bau geriet Leim auf die Folie und beim Herausziehen des Schwertes aus der getrockneten Form...

P_LinothoraxSchwS(5)

Links:
... zerriß die Folie samt Zeitung und die gesamte vordere Hälfte des Unterbaus blieb in der Scheide stecken! Arrrgh!

Und es war bei den Göttern keine leichte Arbeit, diese Reste da wieder rauszukriegen.

Und deswegen sollte die Form, die später beleimt wird, stabil genug sein, das man dran ziehen kann, ohne das sie reißt. Klebeband ist dafür geeignet.

P_LinothoraxSchwS(7)

Oben: Die Innenseite der Schwertscheide kommt für längere Zeit in direkten Kontakt mit der Schaumstoffoberfläche des Schwertes. Sie sollte daher eher weich als hart sein.
Ein dafür geeigneter Stoff hat eine “flauschige”, in diesem Fall samtartige Oberfläche und saugt Leim nicht gut auf, weil der Klebstoff nur auf der Außenseite bleiben soll.

Der Stoff wird festgesteckt und dann vernäht. Die Scheide wird höher auf den Griff gebaut als notwendig und später auf die richtige Länge abgeschnitten, um einen sauberen Abschluß zu erzeugen.

P_LinothoraxSchwS(8)

Oben: letzte Paßprobe. Die Stoffhülle wird eng an der Naht abgeschnitten und nur versäumt. Die Naht bleibt außen und wird überleimt.
Und wie oben schon gesagt: Frischhaltefolie allein reicht nicht, falls Klebstoff auf die Innenseite gelangt. Die Form hätte mit Tape bezogen werden müssen.

P_LinothoraxSchwS(9)

Links:
mit solchen Stoffstücken aus Baumwollleinen wird jetzt die auf der Form steckende Stoffhülle beleimt.

Die Stoffhülle auf dem Schwert wird zunächst mit Leim bedeckt. Ich verwende D3- Leim, wasserfest, durchsichtig trocknend, aus dem Baumarkt.

P_LinothoraxSchwS(10)

Oben: Die erste verleimte Stoffschicht. Das Schwert wird in einem Schraubstock gehalten (bei diesem Modell war das möglich, ohne dem Griff weh zu tun).
Der Stoff wurde zunächst auf die beleimte Form gedrückt, glatt gezogen und dann mit einer Schere entlang der Schneide passend abgeschnitten. Die “Naht” des Stoffes wird später entlang der Schneide verlaufen, aber bei der ersten Schicht gibt es noch keine Überlappung.
Wenn der Stoff glatt liegt, kommt eine Deckschicht Leim drauf. Leim // Stoff // Leim.

Diese erste Schicht Stoff aufzuleimen macht keinen Spaß, aber wenn es denn mal geschafft ist, werden die nächsten ein Spaziergang.
Das Ganze darf jetzt antrocknen, wobei man den Leim noch etwas belauern sollte, um eventuell entstehende Blasen aufzupieksen und zu glätten- vorn an der Spitze kann man 2 erkennen.

Bisher ist die Naht der unteren Stoffhülle, die auf der Schneide entlang läuft, nur mit Leim bedeckt- als nächstes schließe ich diese “Lücke” mit einem schmalen Stoffstreifen.

P_LinothoraxSchwS(12)

Oben: Auf der Schneidenseite bedeckt ein schmaler Stoffstreifen die Naht der Hülle. Allerdings sieht das später nach dem Trocknen nicht “sauber” aus- die nächste Stoffschicht wird die Schwertscheide ganz umschließen und sich selbst überlappen.

P_LinothoraxSchwS(13)

Oben: Ab jetzt wird es einfacher, da die erste Schicht Leim trocken ist und der Konstruktion Stabilität verleiht. Beleimen ist auch einfacher: Schwert mit Hülle in die Hand nehmen, beleimen, nächste Schicht Stoff drauflegen und glatt ziehen.
Dann eine überstehende Seite (die später nach innen zeigen soll) bündig an Schneide abschneiden.

P_LinothoraxSchwS(14)

Oben: Die andere Stoffseite wird nicht bündig an der Schneide entlang, sondern mit etwas Überstand abgeschnitten. Dieser Überstand kann jetzt umgeschlagen und mit verleimt werden.

Die einfache Version ist, den Überstand oben draufzuleimen;  deswegen die Seitenwahl: dieses Schwert wird mit der Schneide nach oben auf der linken Seite getragen- der “unsaubere” Überstand zeigt zum Körper und ist nicht sichtbar.

Perfektionisten könnten allerdings auch die bündig abgeschnittene Stoffseite etwas anheben und den Überstand drunter leimen, so das die “Naht” der Schwertscheide genau auf der Schneide verläuft. Dauert etwas länger, sieht dafür aber besser aus...

P_LinothoraxSchwS(16)

Oben: Die letzte Schicht... oder zumindest war es so geplant...

Wie viele Schichten Stoff soll man bauen?

Meine offizielle Empfehlung ist: Futterstoff für die Innenseite (= die erste), 2 Schichten Baumwolleinen und dann die “Deckschicht”, also entweder wie hier eine dritte Schicht Leinen, die dann bemalt wird, oder einen Bezugsstoff (eventuell Leder).

Macht 4 Schichten (bei Baumwollleinen). Mehr braucht es nicht.

P_LinothoraxSchwS(17)

Oben: Wir haben ein Ergebnis produziert. Nach 4 Schichten Stoff (Unterstoff + 3 geleimte) ist die Schwertscheide passend abgeschnitten und könnte jetzt bemalt und mit Gurten bestückt werden.

Aber dann hab ich doch noch eine Schicht Stoff draufgeleimt, denn ich fand dies hier:

P_LinothoraxSchwS(18)

Allerdings ist diese zusätzliche Schicht Stoff für meinen Geschmack bereits zuviel:

Eine Polsterwaffe hat von Natur aus nun mal schon viel mehr Volumen als eine echte, was sich wiederum auf alles auswirkt, was man drumrum baut- und man will als Hülle für ein Langschwert sicher keine massive, starre Röhre, mit der allein man bereits einen Ork erschlagen könnte, sonden ein leichtes, möglichst wenig behinderndes Accessoire.

Also: 4 Schichten. Mehr nicht.

Links:
Blauer Jacquard- Stoff mit Chaoswolken! Wie könnte ich widerstehen!
“Jacquard” heißt eigentlich nur “bestickt”, und diese Stickereien sind genau, was ich will.

Wenn man einen bestickten Stoff als oberste Schicht verwendet, bleiben die Muster unter der Deck- Leimschicht erhaben erhalten und können später bei der Bemalung entsprechend hervorgehoben werden (unten).

P_Linothorax(36)
P_LinothoraxSchwS(21)

Oben: Die Überlappungen des Bezugsstoffes sind nochmal extra beleimt- der Stoff ist sehr dick und sie waren gut sichtbar. Die Position der “Nähte” ist so gewählt, das die “Hauptnaht” unten liegt und Richtung Körper ausser Sicht verschwindet, wenn das Schwert mit der Schneide nach oben auf der linken Seite im Waffengurt getragen wird.

P_LinothoraxSchwS(23) P_LinothoraxSchwS(25)

Oben Links:
Die Öffnung der Schwerthülle “Koiguchi” (“Karpfenmaul”). Bei einem japanischen Schwert wäre hier eine metallene Zwinge angebracht, die auf die entsprechende vordere Griffzwinge des Schwertes “Habaki” abgestimmt ist- die beiden verklemmen leicht ineinander und halten so das Schwert in der Scheide.
Das ist mit Polsterwaffen natürlich nicht möglich- dieses Schwert hält, weil der Gurt die Scheide zusammendrückt.

Der Rand ist noch einmal separat beleimt, alle Schichten (auch die innere) sind untrennbar miteinander verbunden, und ich bin froh, das ich als Farbe für den inneren Bezugsstoff schwarz gewählt hab und nicht irgendwelche Stoffreste mit Schottenkaros.

Oben rechts:
Knautsch. Ich wollte es wissen. Daneben die wieder ausgebeulte, gerade gebogene Scheide, die alles ohne Reissen überstanden hat. So etwas könnte theoretisch passieren, wenn man bei einem Kampf mit Schwert in der Hand hinfällt und auf die Scheide rollt. Eine Holzscheide wäre jetzt hinüber...
Allerdings fand der Versuch vor dem Bemalen nach “nur” einer Woche Trockenzeit statt. In den folgenden Wochen wird sich das Komposit noch einmal verändern- es wird leichter, weil Feuchtigkeit raus geht, und härter.
Die fertigen Werkstücke würde ich nicht mehr freiwillig so behandeln, aber es ist beruhigend, zu wissen, was das Material theoretisch kann.

P_Linothorax(35)

Oben: Danach hab ich gleich noch ein paar kleine mit den oben vorgeschlagenen 4 Schichten gebaut. Yup, 4 sind völlig ok (mit Baumwollleinen; anderer Stoff, andere Dicke, andere Daten).

An der Waffenform (es sind “Holzschwerter” für lagerinterne Auseinandersetzungen, die in einem Chaoslager schon mal vorkommen können....) kann man sehen, das die Scheiden eigentlich eckig sein müssten. Diese Ecken sind abgeschnitten, was die Schwerthüllen erheblich weniger klobig macht und es hat den Vorteil, das alles, was oben reinfällt und nicht reingehört, sehr einfach wieder rauszukriegen ist.

Soviel erstmal hierzu.
Die meisten Schwertscheiden, die man in den Spielwelten antrifft, sind aus Leder oder mit Leder bezogen und hängen “klassisch” an einem ritterlichen Waffengurt.
So eine will ich natürlich auch noch. Für eine andere Spielfigur. Später...

Jan 2016, last edit oct 2016

[Home] [Deutsch] [English] [about me] [what´s new] [Contents] [about monsters] [faqs] [other sites]