Emek´s FG- armour

Chaos Armour with helmet and cuirass made of fibreglass in casting- and build-on- technique, Epic Empires, 2014

Pictures can be enlarged with rightclick “show graphic”.

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One of the supreme gods of Chaos bears the endearing title of “Lord of Pestilence”. His attributes are sickness and decay; of the pustular, bloated, festering kind. And the warrior on the pictures above quite obviously stands high in his grace.

The particular features of this suit of armour are its fibreglass- elements which not only capture the look of the champion better than metal parts could but also make the oversized costume light, safe and versatile enough for larp. Furthermore FG is much sturdier and tougher than foam- characteristics that make themselves felt during fights and collisions.
This outfit is by the way Emek´s first attempt with the material!

Upon beholding his impressive result one could downright succumb to a creative raptus and at once adjourn to the next DIY-store. And while of course you´re very welcome to do so one thing has to be stated at this point:

Working with fibreglass and resin is harmful/ unhealthy/ hazardous to your health. It requires real occupational-safety measures like proper working environment, protective clothing and eye- and breathing protection. Adequate, meticulous handling of the glass fibres, resin vapours and waste products is imperative. A project like this is most definitely not one to be carried out in your living- room!

 

Preliminary end of translation. Working on it...

 

Der Helm; Abformtechnik
(Werkstück modellieren, Negativform bauen, daraus Positiv gewinnen)

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Oben: die Tonform
Die Form entstand ohne Vorlage in Freihand- Modelliertechnik auf einem Gips- Kopfabdruck. Das Material ist handelsüblicher Ton (10 kg, ca 8 €; wurde fast komplett verbraucht).
Vorarbeit: Der Gipskopf wird zunächst mit einer mindestens 2 cm dicken Tonschicht bedeckt, um einen ausreichenden Abstand vom Kopf zu gewährleisten, damit der Helm später trotz eingebauter Polsterung nicht zu eng wird. Ein Zahnstocher mit 1- und 2-cm- Markierung ist ein geeigetes Kontrollinstrument. Der aufgetragene Ton kann mit einer normalen Messserklinge geglättet werden. Dann werden als Orientierungspunkt die Augen freigelegt.
Nun beginnt der eigentliche Modelliervorgang: Lochvisier, unterer Helmrand und Anlagepunkte der Hörner. Die Oberfläche des Tons ist jetzt vielfach eingedellt und unregelmäßig, um später verrostetes Metall darzustellen.
Dauer der Arbeiten: 3,5 Stunden.

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Oben: Bau der Gußform; Silikonummantelung der Tonskulptur
Links: Die Tonskulptur wird mit Sprühlack versiegelt, damit sie nicht weiter austrocknet, aber beim Abformen auch nicht aufgweicht.
Mitte/ Rechts: Bedecken der Skulptur mit transparentem Silikon aus dem Baumarkt. Emek empfiehlt dafür Seifenwasser und Gummihandschuhe, um die Klebeeigenschaften des Materials zu kontrollieren. Teures Silikon funktioniert besser als billiges. Je besser es gelingt, die modellierten Details abzubilden, desto weniger Arbeit hat man hinterher.
Auf diese erste Silikonschicht folgt eine zweite, dickere. Auf diese werden die im dritten Bild gut zu erkennenden Silikon- “Beulen” gesetzt, die den Zweck haben, das die Silikonform sich in der nun folgenden Gipshülle nicht bewegen kann. Silikon an sich ist flexibel, deswegen muß eine feste Hülle die Gußform stabilisieren.
Material: 6 Tuben Silikon à 310 ml (18 €,-), 3 paar Gummihandschuhe.
Bauzeit jetzt 6 Stunden.

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Oben: Eingipsen der Silikonform und Bau des eigentlichen Helms durch Auskleiden mit GFK
Die Silikonform wird jetzt mit Gipsbinden stabilisiert;  damit ist die Negativform fertig (man könnte auch Bauschaum oder GFK verwenden). Nun wird die Tonskulptur entnommen und der eigentliche Helmbau beginnt. Für dieses Projekt besteht die Form aus nur einem Teil.

“GFK” bedeutet “Glasfaserkunststoff”. Die “Glasfaser” aus dem Namen ist ein in verschiedenen Qualitäten erhältliches Faservlies. “Kunststoff” ist ein flüssiges oder halbflüssiges Gießharz (auch als “Resin” bezeichnet). Es wird mit einem Härter gemischt und erstarrt an der Luft- mit oder ohne Glasfaser. Das Vlies stablisiert das ansonsten spröde Resin.
Beim Einbringen in die Negativform fließt das Resin im Idealfall in die Details und bildet sie genau ab, weitere Schichten mit Vlies machen das Werkstück stabil und geben Wandstärke. Der Kunststoff/ Resin ist in der Regel Polyester- oder Epoxidharz. Man kann es mit speziellen Pigmenten oder etwas Acrylfarbe einfärben.

In den Bildern oben sieht man die mit Gips verstärkte Silikon- Negativform und die Innenseite des GFK- Werkstückes. Einzelne Fasern stehen über den Rand und werden später abgeschnitten.
Die erste Schicht (die im fertigen Werkstück die äußere ist) wurde mit ca 4x10 cm großen Stücken sehr feinem Vlies ausgekleidet, die nächste Schicht mit gröberem.
Die Auskleidung erfolgt mit Pinseln. Wenn das Harz am Pinsel trocknet ist er unbrauchbar, daher sollte man eine ausreichende Menge an Pinseln vorhalten.
Der Helm wird auf diese Art sozusagen “von Außen nach Innen” gebaut- je mehr Schichten man baut, desto dicker werden die Wände und desto enger wird der Helm: das muß beim Formbau mit eingeplant werden, denn es soll ja noch genug Platz für Polsterung sein.
Dieser Helm besteht aus insgesamt 5 Schichten.

Das GFK erscheint silbern, weil dem Harz entsprechende Pigmente zugegeben wurden- wenn also im Einsatz später Farbe abgeht, sieht die Stelle nicht “GFK- gelb” aus.

Material: 1 Dose Resin (1000 gr, 15,€), Vlies und grobe Glasfaser (14,- €), 1 Packung grobe Pinsel, Gummihandschuhe, Gipsbinden.
Inzwischen sind 8,5 Stunden Bauzeit vergangen.

Am Hintergrund der GFK- Bilder sieht man: ab jetzt wird im Freien unter Einhaltung der notwendigen Arbeitsschutzmaßnahmen gearbeitet.

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Oben: Der Helm als Resin/ GFK- Abformung des Tonmodells. In der Nahaufnahme rechts erkennt man, das die Details nicht 1/1 übetragen wurden, sondern an einigen Stellen unvollständig erscheinen. Das liegt an der Art der verwendeten Materialien: extra zu diesem Zweck produziertes Gießsilikon und -resin (Kunstharz) würde die Details einer Form besser abbilden- allerdings zu einem vielfachen des Preises!
Nach dem Abschneiden der überstehenden Ränder mit Messer und Metallsäge lautet die gangbare Lösung für dieses Projekt: Schleifpapier, Dremel (eine biegsame Welle mit verschiedenen Schleifköpfen) und Glasfaserspachtelmasse.
Übrigens muß jeder Abguss nachbearbeitet werden- dieser hier nur etwas mehr; dafür gibts ihn zu erheblich reduzierten Kosten (Spachtelmasse: 6,- €).
Arbeitszeit bis jetzt: 13,5 Stunden, nach denen man einen selbstgebauten, passenden Fantasy- Helm in der Hand hält!

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Links: Und wie man hier sieht, ist das Werkstück nach 62 gut investierten €uro und 17,5 Arbeitsstunden bereit zum bemalen und Hörner ansetzen (alle modellierten Details sind abgebildet, Sichtlöcher gebohrt).

Der Helm ist stabil genug, um  tatsächlich vor Larpwaffen zu schützen (angemessene Polsterung vorausgesetzt) und hat in etwa die Konsistenz eines Kunststoff- Bauhelms: leicht flexibel (muß er sein, sonst bricht das Material bei Beanspruchung), insgesamt aber aufgrund der gewölbten Oberflächen sehr robust.

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Oben: Bemalt mit angesetzten Schrauben für die Hörner. Der GFK- Eindruck ist verschwunden; Bauweise und Farben fangen die korrumpierenden Einflüsse der Chaos auf einen Metallhelm perfekt ein- aufgedunsen, mit ausschlagähnlichen Roststellen signalisiert der Helm sogar ohne jegliche Embleme die Zugehörigkeit des Kriegers.
Selbst für Chaos- Unkundige lautet die unmißverständliche Botschaft: das ist keiner von den “Guten”- und vermutlich hat er irgendwas ansteckendes... .

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Oben: Die widder/ geweihähnlichen Hörner müssen aus Sicherheitsgründen biegsam sein und sind deshalb aus Schaumstoff geschnitzt. Der ist aber nicht reißfest- deswegen gibt es einen von außen nicht sichtbaren mehrlagigen Ledereinsatz, der mit Uhu Kraft oder Pattex Classic das Horn sicher mit der Verschraubung auf dem dem Helm verbindet. Die große Unterlegscheibe ist aus einem Kronkorken improvisiert.
Zuerst wurde die Unterseite der Hörner grob aus 1 cm dickem Schaumstoff ausgeschnitten und mit der Ledereinlage verklebt. Die mehrlagige Oberseite ist zunächst nur bis zur Befestigung aufgeklebt, damit die Hörner montiert, positioniert und sicher verschraubt werden können.
Erst dann wurden sie fest verklebt und fertig geschnitzt. abgeschliffen und mit einem Heißluftfön geglättet. Die Hörner sind mit Uhu bzw Pattex versiegelt, mit Acrylfarben bemalt und wiederum mit Klarlack versiegelt.

Unten: Und damit ist der Helm nach 25 Stunden Bauzeit (gerechnet ohne Fehlversuche) und 74,- € Materialkosten fertig.

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Der Harnisch; Aufbautechnik
(Grundform bauen und Werkstück durch Materialauftrag auf diese Form “direkt” erzeugen)

Der zweiteilige Harnisch ist ebenfalls aus GFK, jedoch in einer anderen Arbeitsweise als der Helm entstanden: einen ganzen Panzer modellieren, eine Negativform bauen und dann das Werkstück abformen ist sehr aufwändig und auch teuer, deswegen wurde hier auf eine grob vorbearbeitete Form ohne voherigen Negativabdruck direkt Material aufgebaut.
Hier ist die letzte aufgetragene Schicht die oberste; diese Technik bildet Details also nur schlecht oder gar nicht ab. Man bringt Verzierungen daher später auf.

Die Form, auf der später die Rüstung aufgebaut wird, besteht bei diesem Projekt aus Schaumstoff; der ist günstig und bearbeitungsfreundlich: man kann ihn schnell und gut schneiden, schnitzen, kleben, wölben und thermoplastisch formen.

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Links: Schaumstoff wölben
Das Bauteil wird v- förmig eingeschnitten und wieder verklebt, bis die gewünschte Wölbung erreicht ist. Fehler und Risse können einfach durch wiederzusammenkleben korrigiert werden.

Unten: Der untere Abschluß der Platte ist ein thermoplastisch geformter Schaumstoffstreifen (mit dem Heißluftfön bis Erweichungsgrenze erhitzt und dann geformt. VORSICHT mit dem Ding beim Arbeiten und ablegen!).

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Links: Paßprobe der Panzerteile. Der aufgeblähte Bauch läßt sich bereits erahnen.
Oben: Strukturelemente. Feine Details machen keinen Sinn, da das Werkstück nicht abgegossen, sondern mit GFK bedeckt wird.
Diese Aufbauten sind jedoch nötig, um später den Eindruck einer “aufgequollenen” Metallrüstung zu erwecken.

Ab jetzt wird wieder draußen gearbeitet. Oben im Bild die Atemschutzmaske- Harzdämpfe sind gesundheitsschädlich.

Verwendetes Werkzeug: scharfes Messer, Heißluftfön, Schaumstoffschnipsel zum Kleber auftragen
Kosten bisher: Schaumstoffmatte 8,- €, 1 Dose Uhu Kraftkleber 13,- €
Bauzeit: 2,5 Stunden

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Oben Links: Das GFK- Teil ist trocken und macht den beabsichtigten “aufgedunsenen” Eindruck.
Das Schädelornament in der Mitte ist der Abguß eines aus Ton modellierten Originals- diesmal mit Gießsilikon.
Sorgfältiges Arbeiten, 2 Lagen feines Vlies und 3 Lagen grobe Glasfaser bilden die Skulptur perfekt ab.

Links: GFK- Auftrag auf die Kunststoffteile. Das Harz ist gefärbt (z.B. Acryl), damit bei Abrieb kein “GFK-Gelb” zu sehen ist. Ab 3 Schichten wird es stabil. Beim Trimmen die Abfälle sofort entsorgen!

Die Vliesmatten “am Stück” können sich solchen Formen nicht anpassen; man schneidet sie in Stücke und arbeitet überlappend und sorgfältig. Erste Lage feines Vlies, ab der zweiten Lage gröberes.

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Oben Mitte und Rechts: Ober- und Unterteil des Harnisch sind verbunden, bemalt und weiter verziert. Die aus dem Bauch quellenden Eingeweide sind für die Anhänger dieses speziellen Gottes völlig normal und behindern den Krieger nicht weiter...

Durch die Farben verschwinden die Originalmaterialien und ein völlig neuer Eindruck “wie aus einem Guß” entsteht:
Werkstück abschleifen (Atemschutz tragen! Sicherheitshalber mit noch ein paar Ausrufezeichen extra: !!!!), Grün und Kupfer lackieren, Wash schwarz.
Der Rücken des Panzers besteht aus vernähtem Leder, das mit Schrauben und Muttern am GFK befestigt ist.

Materialien: Glasfaser 15,- €, Pinselset 3,50 €, Farbpigmente (optional) 4,50 €, Schrauben & Muttern 6,- €.

Mit anderen Worten: in weiteren 17 Arbeitsstunden ist für 76,- € ein robustes, zum Helm passendes Unikat entstanden, das in Metall niemals diese aufgedunsene Anmutung entwickeln könnte und außerdem zu schwer zum Tragen wäre.

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Allerdings ist es mit Helm und Harnisch allein lange nicht getan: Es fehlen noch Unterkleidung, Anbauteile (für Arme und Beine) und Volumengeneration, um den Schulterbereich zu verbreitern.

Links: Anprobe. Helm und Harnisch, Arme und Unterkleidung.

Die überbreiten Beinschienen sind mit Schaumstoff auf handelsüblichen Knie- protektoren aufgebaut.

Rechts: Fertige Beinpanzerung. Die Protektoren erhalten mit Schaumstoff ihre neue Form, GFK und Stoff sorgen für Stabilität.
Schulteraufbau aus Schaumstoff

Unten: Details der Beinschienen mit mehreren Grün-, Gelb- und Brauntönen.

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Oben: Volumenaufbau der Schultern. Stoff sieht nicht von allein so aus- jedes Bestandteil ist gefärbt, individuell zerfetzt und muß “larpsicher” befestigt werden. Die gesamte Baugruppe “Buckel und Mantel” ist ein zusammenhängendens Kostümteil.

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Oben Links: Beinkachel aus Kunststoff- Abflußrohr mit Appplikation
Oben Rechts: übergroßer “Handschuh” aus Weichschaumstoff geschnitzt

Was Emek hier zeigt, ist weder “einfach” noch “billig”- das Abbilden von modellierten oder geschmiedeten Originalen aus Negativformen in Resin und GFK ist die High- End- Lösung der Profis für den Fantasy- Rüstungsbau: in den meisten modernen Big- Budget- Filmen sehen wir heutzutage gar keine Metallrüstungen mehr, sondern so etwas- normalerweise allerdings von Teams aus Spezialisten verschiedener Richtungen (Skulptur, Formenbau, Abgußtechnik, Kostümbildner).

Hier wurde mit Talent, Improvisationsgeschick und Durchhaltevermögen sozusagen im Alleingang so ein ein Projekt realisiert und aufs Spielfeld gebracht.
Glückwunsch zum Gelingen und Danke für Bilder und Erfahrung teilen!

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